Unser Verein

Die Geschichte unseres Vereins

Andreas Bartkowiak gründete mit 10 Mitstreitern 1992 den Verein. Das erste Pumphutfest wurde organisiert. Dafür gründete sich für diese Zeit die Vereinsgemeinschaft „Pumphutfest Mockrehna“, woran sich der Kultur-, Sport-, Garten-, Angel-, Tischtennisverein und die Feuerwehr beteiligten. Das Pumphutfest war auch überregional sehr bekannt und beliebt. Auch jetzt waren es 3 tolle Tage im Sommer, an denen man Jung und Alt auf dem Festplatz traf. An der Organisation und Gestaltung beteiligten sich nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch rege viele Bürger des Dorfes. 2007 wurde das Pumphutfest das letzte Mal gefeiert.

Der Kultur- und Heimatverein selbst hat außer diesem traditionellen Fest viele andere kulturelle Höhepunkte für die Mockrehnaer organisiert. Zum 5-jährigen Vereinsjubiläum entstend eine neue Broschüre über Mockrehna „Spuren der Zeit“. So wurde 2003 am Samstag vor dem 1. Advent das erste vorweihnachtliche Konzert in der Kirche organisiert. Diese Tradition hat sich bis heute bewährt und soll auch weiterhin fortgeführte werden. Seit 2006 hat sich im „Pumphuts Kneipenhof“, mit freundlicher Genehmigung der jetzigen Besitzerin, ein Livemusikabend etabliert.

 

2013 verabschiedete sich der Gründer Andreas Bartkowiak von Mockrehna und dem Kultur- und Heimatverein. Im folgenden Jahr konnten wir viele neue Mitglieder zur Mitarbeit gewinnen, was uns bei der Organisation und Vorbereitung der 1000-Jahrfeier sowie für zukünftige Projekte bereichert.


25 Jahre Kultur- und Heimarverein


Am Freitag, dem 3. November 2017 feierte der Kultur-  und Heimatverein sein 25-jähriges Bestehen. Umrahmt mit einigen Musikstücken, dargeboten von Vereinsmitglied Waltraud Wagner, eröffnete Vereinschefin Gabriele Otto  die Feier. Zahlreiche Gäste hatten sich auf den Weg gemacht, um mit uns dieses Jubiläum in den Räumen des Tischtennisvereins feierlich zu begehen. Mit dabei waren neben den Partnern der Vereinsmitglieder die ehemaligen Mitglieder sowie Sponsoren unserer Veranstaltungen.     „ Den eigentlichen Gründungstag im Februar  haben wir verpennt“ gab Frau Otto in ihrer Einleitung zu. Doch zunächst übergab sie das Mikrofon an den Begründer des Kultur- und Heimatvereins, Andreas Bartkowiak. Er berichtete darüber, wie es zur Gründung des Vereins kam und schilderte recht aufgelockert einige Aktivitäten während seiner Zeit als Vorsitzender bis 2012. Er erinnerte unter anderem an die Punphutfeste mit den Prominenten Stars, den Start der Weihnachtskonzerte, die Livemusikabende und die 975- Jahr-Feier im Jahr 1990. 2013 nahm Gabriele Otto das Ruder in die Hand. Also schilderte Sie nun das Geschehen der letzten 4 Jahre. Die Mitgliederzahl hat sich in dieser Zeit so gut wie verdoppelt, was für die Planung und Ausführung der 2015 stattfindenden Festtage zur 1000-jährigen Ersterwähnung unseres Dorfes sehr von Nutzen war. Neben den bisherigen Veranstaltungen haben wir auch Neues ins Leben gerufen: Ostermarkt und der Kleine Weihnachtsmarkt nach dem Adventskonzert erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch die Konzerte in der Kirche waren gut besucht.

Es gab noch eine Überraschung für Gabriele Otto, Edelgard Münch und Volker Pohlenz: Ihre Mitwirkung  Im Verein seit der Gründung sollte hier nicht vergessen und mit einem Präsent gewürdigt werden.

 

Mit der Eröffnung des Buffets, welches vom Eiscafé Martina Hänsel geliefert wurde, begann der gemütliche Teil des Abends.  

Wieder Pumphutfest seit 2017

Aus der langjährigen Tradition unseres Livemusikabends jeweils im Juni entwickelte sich in den letzten beiden Jahren mit der 1000 – Jahr- Feier und dem Fest „Mockrehna 1001“ eine neue Form  des Sommerfestes. Mit der Idee, das Beilzielwerfen um den Pumphutpokal  neu zu beleben, erwachten die Erinnerungen an eine alte, aber nicht vergessene Tradition in Mockrehna.  In den Jahren 1992 bis 2007, also 15 Jahre lang,  feierte man hier das Pumphutfest, welches durch die Vereine, die Feuerwehr und viele Bürger des Dorfes organisiert und gestaltet wurde.

Nun ist es also an der Zeit, dem Sommerfest einen Namen zu geben. Die Vereinsmitglieder stimmten  in einer der letzten Versammlungen 2016 darüber ab, dass es zukünftig wieder ein „Pumphutfest“ geben soll. Es wird nicht das gleiche Fest, aber hoffentlich ebenso beliebt wie damals. Der Kultur- und Heimatverein ist alleiniger Veranstalter und es sind nicht 3, sondern 2 tolle Tage mit vielen Überraschungen. 


Geschichtliches

Bereits 1963 gab es in Mockrehna eine kleine Bibliothek mit ständig 800 Lesern.

 

Die Geburtsstunde der Dorffestspiele war schon im Jahr 1962. 3 tolle Tage mit einer Vielzahl an Veranstaltungen fanden auf dem Dorfplatz im Unterdorf statt. In den 70er und 80er Jahren wurden die Dorffeste vom Dorfclub organisiert und fanden in den Sommerferien auf dem Schulhof statt.

  

Die Anfänge des Karnevals in Mockrehna 1974 organisierten die Betriebssportgemeinschaft (BSG) „Traktor“ und der Jugendclub. Der Karnevalclub „Pumphut“ wurde aus der Taufe gehoben und etablierte sich in der Gaststätte „Zur Weintraube“.

 

Der Schlachtruf „Schmeißt das Beil… hoch – hoch – hoch“ ist in die Geschichte eingegangen. 

 


Das Beil im Kirchturm


Im Rahmen der Recherchen für die Broschüre "Mockrehna - Geschichte und Geschichten" sind wir auf das nachfolgende Gedicht gestoßen, welches Julius Seidel aus Mockrehna 1903 für seine Enkelin geschrieben hat.

Das Originale Beil wurde in der Kugel auf dem Kirchturm verwahrt und befindet sich jetzt im Museum im Gutshaus.


Das historische Beil zu Mockrehna

Wer kennt es nicht, Mockrehna, ist weit und breit bekannt, und fährt man mit dem Zuge, wie häufig wird´s genannt! Wir seh´n dort in der Mitte des Dorfes die Kirche steh´n, und oben in dem Kirchturm, da ist das Beil zu seh´n. Sehr viele Fremde fragen, bei uns fast Jedermann, ob´s wohl nicht einen gäbe, der das erzählen kann, warum das Beil dort oben und den genauen Grund, doch wird´s erzählt verschieden, durch der Bewohner Mund. Bis nach dem Jahre Tausend war unser Dorf noch Stadt, das fand man in den Akten, die Merseburg noch hat. Daraus ist auch zu sehen, dass schon zu alter Zeit, die Städte Beile trugen, wo war Gerichtsbarkeit. Die Stadt hieß Mucherini, Mockehna hat gefehlt, man hat den Namen sicher dem Dorfe erst gewählt. Ein Blitz traf unser Kirchlein vor einem halben Jahr, der Knopf und auch noch And´res vom Blitz beschädigt war. Der Umbau wurde nötig, der Knopf erneuert ward, da fanden sich auch Akten von mannigfacher Art. Darin hab ich gelesen, da stand es kurz und klar, dass einst ein Müllerbursche mit Namen Pumphut war. Die Müllerburschen trugen das Beil zur Zeit als Schwert, das hatte für den Pumphut damals sehr großen Wert. Denn dieser kam hier öfters in grosse Prügelei´n, da schlug er mit dem Beile wohl fürchterlich darein. Man wollte Pumphut fangen, ihm nehmen auch sein Beil, doch dieser war sehr kräftig und hurtig wie ein Pfeil. Er eilte vom  Gerichte, war mächtig in Gefahr, und wurde nun verfolgt von einer grossen Schar. Er lief bis zu der Kirche, dort sprang er auf´n Stein und warf das Beil von unten und unsern Turm hinein. Der Kirchturm war ja damals doch nur mit Holz bedacht, erst siebzehnhundertfünf man Schiefer darauf bracht. Natürlich war auch früher der Turm nicht ganz so hoch, denn in der Höh´  wie heute, das Beil so leicht nicht flog. Ich hörte viel erzählen, dass Pumphut war ein Ries´  und doch bei seiner Stärke war er den Damen süss. Da kann man sich wohl denken, weshalb die Prügelei´n, wie viele junge Burschen sieht man sich oft entzwein´n. Nur um die jungen Mädchen und auch um eine Frau schlägt man sich wohl  mitunter den Rücken grün und blau. Da hilft ja doch kein Schlagen, mag´s jeder lassen sein; denn junge Mädchen sprechen: “Der mir gefällt, wird mein.“ Pumphut soll sein gewesen ein reines Wunderkind, er hat sogar gemahlen und brauchte keinen Wind. Will man das heut erzählen, ein Jeder glaubt das nicht und wer es auch anhöret, lacht einem in´s Gesicht. Siebzehnhundertsiebenunddreissig brach aus die grosse Pest, ward Pumphut mit ergriffen, trotzdem er stark und fest. Es sagte mir ein Lehrer, dass just zu dieser Zeit in Deutschland hat gewütet sehr schlimme Nieskrankheit. Wie mir der Herr erzählte war früher es schon Brauch, man sagte nicht Gesundheit, doch nicht wohl Prosit auch. Ganz plötzlich kam die Krankheit, oh welche grosse Not, da fing man an zu niesen und war auch sehr schnell tot. Sobald dann jeder nieste gab jeder darauf Acht und sagte zur Gesundheit: So hat er´s recht gemacht. Wohl eine lange Zeit durch blieb diese Sitte fest, es hat sich wohl erhalten auch heute noch ein Rest. Auch wir hier auf dem Lande, wir bleiben im Geleis und sagen Prosit Mutter, nach unsrer Väter Weis´. Ob Pumphut ist gestorben, in jener schweren Zeit, darüber sind Gelehrte noch heute sehr im Streit. Nach 1830 kam´s alte Beil dort weg, ward in den Knopf gelegt, es ist auch Holz und Blech. Ein neues liess man machen, bracht´s an dieselbe Stell´, das  ist jetzt angestrichen und leuchtet wieder hell. Und guckt man bei den Fahren zum Fenster wohl hinaus, da kann mann´s Beil hübsch sehen, auch mich im Weichenhaus. Ein Herr und eine Dame, sie fuhren nach der Stadt und guckten nach dem Beile sich reineweg bald satt. Und als ich eingestiegen, die Dame sprach zu mir: „Wie kommet doch der Turm da zu seiner selt´nen Zier?“ Sie woll´t es gerne wissen, das tat mir wirklich leid, dass ich nicht konnte geben, den richtigen Bescheid. Doch was ich  wusst´ erzählt ich, legt es der Dame klar, ´S ist zwar nur eine Sage, doch viel daran ist wahr.

Mockrehna, im Dezember 1903

Julius Seidel